Philosophie


Das Zentrum von Theater HORA ist das HORA-Ensemble. Im HORA-Ensemble spielen nur Schauspieler*innen mit kognitiven Beeinträchtigungen.

Die Gesellschaft sieht bei Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen oft das, was sie nicht gut können. Theater HORA möchte diese Sicht verändern. Es richtet den Blick auf die besonderen Fähigkeiten, Stärken und Eigenschaften von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen.

Für Theater HORA sind seine Schauspieler*innen einzigartige und vollwertige Künstler*innen. Sie stecken voller Möglichkeiten und Talente. Und sie haben professionelle Anerkennung verdient. Theater HORA ist überzeugt: Inklusion und Anerkennung entstehen, wenn wir die besonderen Fähigkeiten dieser Schauspieler*innen sehen, schätzen und fördern. Und nicht, indem wir ihr Schauspiel an die Regeln des regulären Theaterbetriebs anpassen.

Die HORA-Philosophie fusst auf zwei Grundsätzen: Autonomie & Kollaboration.

 

Autonomie als Grundprinzip

Autonomie bedeutet Selbstbestimmung. Das heisst: Menschen entscheiden möglichst selbst über ihr Leben und ihre Arbeit.

Theater HORA unterstützt seine Schauspieler*innen in der Selbstbestimmung. Sie sollen ihre eigenen Entscheidungen treffen können, als Menschen und als Künstlerinnen. Daher haben die Schauspieler*innen von HORA auch eine eigene Art zu spielen und auf der Bühne präsent zu sein. Diese besondere und freie Spielweise ist ein wichtiges Merkmal von Theater HORA.

Theater HORA ist überzeugt: Nur wenn wir die Besonderheiten und die Selbstbestimmung fördern, entstehen künstlerisch interessante Resultate. Und nur so können HORA und seine Schauspieler*innen die reguläre Theaterwelt dauerhaft bereichern und verändern.

 

Kollaboration als Grundprinzip

Kollaboration bedeutet die Zusammenarbeit mit anderen. Ohne Zusammenarbeit geht nichts im Theater.

Wenn wir wirkliche Inklusion erreichen wollen, muss es normal werden, dass Künstler*innen mit und ohne Beeinträchtigung gleichberechtigt zusammen Theater machen.

Darum erforscht Theater HORA schon lange, was es braucht, damit inklusive Zusammenarbeit zur Normalität wird – und sucht nach neue Methoden, Strukturen und Arbeitsweisen.

Darum arbeitet Theater HORA auch oft mit verschiedenen Künstler*innen, Gruppen und Theatern zusammen. Denn nur über das gemeinsame Ausprobieren und Kennenlernen zeigt sich, was es für eine inklusive Theaterpraxis braucht. Nur so lernen wir voneinander für die Zukunft.

Die Zusammenarbeit mit dem Aussen finden bei Theater HORA auf verschiedenen Ebenen statt. Im HORA-Labor über das Workshop-Programm mit den Gast-Künstler*innen. Und in der HORA-Produktion über das Erarbeiten von neuen Theater-Produktionen mit unterschiedlichen Künstler*innen, Gruppen und Theatern.

 

Das hora manifest

Theater HORA hat auch ein Manifest. Darin stehen unsere Werte. Nach diesen Werten arbeiten und leben wir. Sie sind uns wichtig. Wir setzen uns für sie ein. Unser Ziel ist es, dass viele Kulturschaffende und Theater diese Werte übernehmen und leben.